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Wir trauern um unseren lieben Mitbruder
Br. Luzius (Karl) Bauschatz OSB,

der am Freitag, den 3. September, um die Mittagzeit im Krankenhaus Tutzing, Oberbayern, sein Leben vollendete.
 

Der Mitbruder kam am 28.11.1926 in Grosstissen, Kreis Saulgau, Allgäu, als viertes Kind der Eltern Josef und Elisabeth (geb. Eisele) zur Welt. Getauft wurde er am 2. Dezember 1926 in der Pfarrkirche zu Moosheim und erhielt den Namen Karl. Der Vater starb, als Karl 5 Jahre alt war, die Mutter blieb mit 5 Kindern zurück. Erstkommunion und Firmung empfing Karl im Jahre 1936, ein Jahr vorher hatte die Mutter wieder geheiratet. So kamen noch zwei Geschwister dazu. 1941 kam Karl in die landwirtschaftliche Berufsschule und arbeitete dann im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit. 1943 wurde er zum Arbeitsdienst einberufen, kurze Zeit später musste er sich der Wehrmacht stellen. Er war Meldereiter, erfuhr vom Soldatentod eines Bruders und wurde dann nach Frankreich an die Front geschickt.

Im September 1944 wurde er verwundet. Nach der Gesundung im Lazarett geriet er im April 1945 in französische Kriegsgefangenschaft. Er arbeitete in einem Sägewerk und wurde wegen Unterernährung in verschiedenen Lazaretten behandelt, ohne dass Heilung eingetreten wäre. Am 16.9.1948 konnte er in die Heimat zurückkehren. Schon in dieser Zeit der Entbehrungen wuchs in ihm der Wunsch, Benediktiner zu werden.

Er arbeitete einige Zeit bei seiner Schwester in Neufra, entschied sich aber dann, um Aufnahme in die Erzabtei St. Ottilien zu bitten. Er erhielt den Ordensnamen Luzius und legte am 2. Mai 1953 die ewigen Gelübde ab. Er wurde zunächst mit der Aufgabe als Landwirtschaftsmeister betraut. Von 1961-1966 half er im Priorat Jakobsberg (bei Bingen) aus, bis er im Jahre 1967 zusammen mit anderen Mitbrüdern in die Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht überwechselte. In der Winterzeit musste er noch bis 1969 Präfekt an der Landwirtschaftsschule St. Ottilien sein. In der Abtei Fiecht wurde er ins Seniorat gewählt, war zunächst für die Werkstätten und die Angestellten zuständig. Er war von 1967 bis 1979 Ökonom und dann bis 1991, nachdem die Landwirschaft verpachtet worden war, verantwortlich für Garten und Gästeführungen, die ihn landesweit berühmt machten, zumal er mit seinem Jodel - und Trompetentalent die Gäste beeindruckte. Seine gesellige Natur brachte ihm sehr viele Freunde. Bei der Errichtung des Eggenhofes hatte er wesentlichen Anteil.

Vermutlich waren es Spätfolgen seiner Kriegsverletzungen, die seine Schaffenskraft immer mehr beeinträchtigten und sich auch aufs Gemüt legten. Von 1992 bis 2004 verbrachte er lange Zeit in der Krankenabteilung der Erzabtei und in verschiedenen Sanatorien Süddeutschlands. Ab und zu konnte er auch unsre Abtei Fiecht wieder besuchen, zu er ja seit 1972 als Konventsmitglied gehörte. Im vergangenen Jahr feierte er sein goldenes Professjubiläum.

Wir bitten um das Gebet für den verstorbenen Mitbruder.
 
 

St. Ottilien, den 06. Sept. 2004 
 

Erzabt Jeremias und Konvent von St. Ottilien 

 

Requiem und Beerdigung in St. Ottilien am Mittwoch, den 8. Sept. 2004, um 10.30 Uhr