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Am 6. Mai 1997 verstarb in der Infirmerie von St. Ottilien unser lieber Mitbruder

P. Marbod Häckl OSB

Profess- und Priesterjubilar, Missionar in Tanzania und Pfarrer von Viktorsberg in Vorarlberg.

P. Marbod kam am 8. März 1911 in Bremen zur Welt. Sein Vater Michael Häckl und seine Mutter Maria, geb. Fischer, übersiedelten bald nach München, wo Max mit 4 Geschwistern heranwuchs. Als Schüler begann er, sich für die Mission zu interessieren und wechselte deshalb mit 13 Jahren ins Missionsseminar von St. Ottilien. Nach dem Abitur 1932 trat er in unser Kloster ein. Als fr. Marbod machte er am 1. Mai 1933 die Zeitliche Profeß, studierte dann Philosophie an der Ordenshochschule in St. Ottilien und Theologie in München. Am 13. März 1938 weihte ihn Bischof Joseph Kumpfmüller in unserer Abteikirche zum Priester. Noch im gleichen Jahr erhielt er die Missionsaussendung.

1939 begann P. Marbod seinen missionarischen Einsatz im Abteigebiet von Peramiho im Südwesten Tanzanias. Zunächst war er zwei Jahre lang am nördlichen Ostufer des Nyassasees tätig. Anfang der vierziger Jahre wurde er ins Herzland des Abteigebietes versetzt und betreute die Pfarrei Songea, heute der Metropolitansitz des Erzbischofs. Nach Kriegsende kam P. Marbod wieder an den Nyassasee, wo er zunächst als Kaplan und später als Pfarrer die große Missionsstation Lituhi leitete, die damals nur auf dem Seeweg zu erreichen war. Ende der fünfziger Jahre übernahm er wieder eine Station im Landesinneren. Eine Tropenkrankheit verursachte ihm damals zunehmend Schwierigkeiten, und 1967 wurde er auf ärztlichen Druck nach Europa zurückbeordert. Es war das Ende seiner fast dreißigjährigen Missionszeit in Afrika.

Nach einem kurzen Seelsorgseinsatz in Bad Kreuznach tat sich für P. Marbod ein neues Tätigkeitsfeld in österreich auf: das über 800jährige Stift Georgenberg-Fiecht in Tirol schloß sich 1967 den Missionsbenediktinern an. Zur Auffrischung des Konventes wurden damals mehrere Ottilianer Mönche dorthin versetzt. Unter ihnen war P. Marbod, der die neugeschaffenen Pfarrei Fiecht als Pfarrvikar übernahm. 1970 entschloß sich das Kloster zu einem missionarischen Ausgreifen nach Vorarlberg. P. Marbod übernahm die abgelegene Pfarrei Viktorsberg und bezog das dortige alte "Klösterle". In den folgenden Jahren belebte er die vergessene Wallfahrt zur "Mutter des Guten Rates" und errichtete in Viktorsberg eine ständige Missionsausstellung. P. Marbod, der im Konventleben nicht gerade extrovertiert war, erwies sich den Viktorsbergern als ein volksnaher Seelsorger. Die Wertschätzung für ihren Pfarrer aus St. Ottilien brachten sie mehrfach durch große Feiern zum Ausdruck, zuletzt 1995 beim 25jährigen Pfarrjubiläum P. Marbods.

Während seiner Pfarrjahre hielt er guten Kontakt mit St. Ottilien und kehrte 1996 auch hierher zurück, als seine zunehmenden Gebrechlichkeiten den weiteren Dienst in der Seelsorge unmöglich machten. Beeindruckend war die Unbeirrbarkeit, mit der er sich hier wieder ins klösterliche Leben einfügte. Er verzichtete auf viele Erleichterungen und nahm getreu am Chor und am gemeinsamen Tisch teil. Am vergangenen Dienstag versagte plötzlich sein Herz.

Wir bitten für unseren lieben Mitbruder ums Gedenken im Gebet und am Altar.

Requiem und Beerdigung hielten wir in St. Ottilien am Freitag, 9. Mai. Zahlreiche Verwandte und eine große Abordnung aus Viktorsberg gaben ihm das letzte Geleit.

St. Ottilien, 10. Mai 1997