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Kurz vor Mittag verstarb am 26. April 1997 in St. Ottilien unser lieber Mitbruder

Br. Symmachus Schaupp OSB.

Er stand im 97. Lebensjahr und war der Senior unserer Gemeinschaft. Von 1929 bis 1984 arbeitete er als Schreiner in der Tanzania-Mission.

Peter Schaupp kam am 27. März 1901 im schwäbischen Klosterbeuern bei Babenhausen zur Welt. Seine Eltern, der Landwirt Michael Schaupp und seine Frau Anna Maria, geb. Anich, zogen insgesamt 7 Kinder auf. 8 weitere starben bei der Geburt, und im Kindsbett verlor Peter 1917 auch seine Mutter. Nach der Volksschule arbeitete Peter zunächst in der Landwirtschaft und begann 1919 eine Schreinerlehre in Mindelheim. Seinem Lehrherrn und dessen Ehefrau war er zeitlebens dankbar, weil sie aus ihm, wie er sagte, einen Mann mit Charakterbildung und Anstand gemacht hatten. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er noch zwei Jahre bei einem Mindelheimer Architekten und bat 1924 um die Aufnahme ins Kloster. Der Ortspfarrer von Klosterbeuren meinte dazu, daß zwar wegen der großen Geschwisterzahl keine große Mitgift zu erwarten sei, daß der junge Kandidat aber ein sehr williges Herz, einen frommen Arbeitsgeist und einen frohen Sinn mit ins Kloster bringen werde.

Im Noviziat erhielt er den Namen Symmachus und legte am 30. Dezember 1925 die Gelübde ab. In den folgenden Jahren arbeitete er in der Klosterschreinerei und machte 1928 die Meisterprüfung. 1929 erhielt Br. Symmachus die Missionsaussendung in die Abtei Lindi im Süden von Tanganijka, die 1931 in die zwei Missionsgebiete Ndanda und Peramiho aufgeteilt wurde. Vor seiner Abreise mußte Br. Symmachus allerdings noch in seiner Heimat das Reisegeld sammeln, ein Indiz für die damals schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse. "Es war eine harte Arbeit, als junger Mann betteln gehen", schrieb er später.

Nach seinem Eintreffen in der Abtei Ndanda wurde Br. Symmachus nach Nyangao geschickt. Die alte Missionsstation, die seit ihrer Zerstörung im Maji-Maji-Aufstand 1905 dem Verfall preisgegeben war, sollte wiederbesiedelt werden. Br. Symmachus übernahm nun die Verantwortung für den Aufbau der Station: Kirche, Missionshaus, später das Krankenhaus und die vielen anderen Gebäude, die die Missionstationen im Inneren Afrikas wie große Dörfer erscheinen lassen, entstanden unter seiner Leitung. 56 Jahre verbrachte Br. Symmachus in Nyangao. Fleißig und pflichtbewußt und dabei liebenswürdig und voller Zutrauen in die Güte der Menschen, war er ein echter Bote des Evangeliums.

Mit 83, geplagt von ersten Gebrechlichkeiten und angesicht des - wie er meinte - bevorstehenden Todes, kehrte er 1984 nach St. Ottilen zurück. Vor allem sein nachlassendes Augenlicht plagte ihn nun, bis eine Staroperation vor zwei Jahren Erleichterung verschaffte. Ansonsten war er guter Gesundheit und verbrachte seine Tage im Gebet und auch im Gespräch mit vielen Besuchern. Gewissenbisse machte ihm allerdings sein Weggang aus der Mission, den er im Rückblick als voreilig empfand. 1992 ehrte ihn seine Heimatgemeinde Babenhausen mit der Bürgermedaille.

Am Tag vor seinem Tod verließ er noch einmal das Zimmer, um am Requiem für seines einstigen Mitnovizen Br. Theodulf Haseidl teilzunehmen. Am Samstag vormittag, kurz vor dem Mittagessen, entschlief er dann ganz plötzlich. Den Mitbrüdern hatte er zuletzt noch bestellen lassen, daß er ihnen alles Gute und viel Freude am Leben wünsche.

Wir bitten für unseren lieben Mitbruder ums Gedenken im Gebet und am Altar.

St. Ottilien, 27. April 1997

Erzabt Notker und Konvent von St. Ottilien
Abt Siegfried und Konvent von Ndanda