LEMA SABACHTANI

In seinem Kreuzweg (der vom 24. Februar bis 9. April 2012 in der Klostergalerie St. Ottilien zu sehen ist) hat Bernd Zimmer den letzten Lebensabschnitt Jesu so gestaltet, dass der Betrachter über Hinweise und Zeichen selbst zur Lektüre angeregt wird. Die figürlichen Elemente sind fast ganz ausgeschaltet und das blutige Geschehen auf das Kreuz zurückgenommen, das dadurch einen ungeheuren Symbolwert erlangt. Die Bildbetrachtungen von Eugen Biser führen in einfühlsamer Weise in die Bilderwelt von Bernd Zimmer ein.

1. Das Urteil

Alle Darstellungen schließen sich den Stationen des »Kreuzwegs« an, bis auf eine, die den Titel »Entschlossen« trägt. Sie bringt die Reaktion Jesu auf das im ersten Schaubild dargestellte Todesurteil zur Sprache. Demgegenüber imaginiert das erste Bild mit dem Titel »Das Urteil« die Wende von der grausamen Vorgeschichte zu der von Pilatus verfügten Hinrichtung. Von der vorangegangenen Misshandlung sind nur der Stab, mit dem dem Verurteilten die Dornenkrone aufs Haupt geschlagen wurde, und diese zu sehen, während das Kreuz wie eine blutige Drohung aus der Tiefe aufsteigt.

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Bernd Zimmer (geb. 1948 in Planegg bei München) ist ein deutscher Maler und ein Vertreter der Neuen Wilden. Er lebt und arbeitet in Polling, Oberbayern (Deutschland), und Monteventano, Italien. Bernd Zimmer malt figurativ, aber nicht direkt nach der Natur.

Eugen Biser (geb. 6. Januar 1918 in Oberbergen im Kaiserstuhl) ist ein katholischer Priester, Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph.