Energiekonzept

Die Energiezentrale von St. Ottilien: Gülle, Gras, Mais, Holz

EnergieBis 2008 wurde in St. Ottilien mit Öl geheizt. Auf einer zu beheizenden Fläche von 70.000 qm wurden pro Jahr ca. 700.000 Liter Heizöl verbraucht. Der fossil erzeugte Strom wurde von den Stadtwerken gekauft. Die Erzeugung der fossilen Wärmeenergie wie des fossil erzeugten Stromes löste einen jährlichen Ausstoß von 3100 Tonnen Kohlendioxid aus.

Vor dem Hintergrund der Nutzung vorhandener Rohstoffe und deren Analyse entschloss man sich im Jahr 2006 zum Umbau. Hierzu wurde eine Studie zur energetischen Sanierung durchgeführt und ein mehrstufiges Konzept erstellt. Nach längeren Analysen über den Energiebedarf sowie Planungen mit einem Ingenieurbüro wurde im Jahr 2008 ein Wärmenetz für die Erzabtei gebaut, welches alle Gebäude zentral mit Wärme versorgen kann. Die gute Steuerung der Wärmeverteilung durch Computer wie auch Isoliermaßnahmen an den Gebäuden verringerten den Energieverbrauch.

Im gleichen Zeitraum wurde eine Hackschnitzelheizung gebaut, die in der Heizperiode einen großen Teil des Wärmebedarfs abdeckt. St. Ottilien besitzt ca. 135 Hektar Waldfläche, die den kompletten Hackschnitzelbedarf abdecken kann. An besonders kalten Wintertagen wird ein Spitzenlastkessel mit zusätzlichem Biogas aktiviert, der notfalls auch mit Heizöl betrieben werden kann.

Im Jahr 2010 wurde die Biogasanlage in Betrieb genommen. Diese erzeugt Strom und stellt ca. die Hälfte der erforderlichen Wärmeenergie für das Klosterdorf zur Verfügung. Die Gülle der ottilianer Milchkühe wird in die Biogasanlage geleitet und mit Gras und Mais vermischt. Mit der elektrischen Leistung von 500 kWel wird Strom erzeugt. Ca. ein Drittel des Stromes wird in St. Ottilien genutzt, zwei Drittel wird als „grüner Strom“ an die Stadtwerke verkauft.

Parallel hierzu wurden die Gebäudedämmung und die Wärmeleitung optimiert, Geräte stillgelegt oder durch energiesparende Varianten ersetzt. Fünf Elektroautos für den Nahverkehr stehen zur Verfügung, insbesondere für Lieferungen innerhalb der Erzabtei.